Glasfaserkabel

Geförderter Glasfaserausbau im Bioenergiepark und Gewerbegebiet Söllinge

Die Stadt Bad Arolsen hat die Gewerbegebiete Bioenergiepark Nordwaldeck und Söllinge im Rahmen eines Förderprojekts mit einer leistungsfähigen Glasfaserinfrastruktur erschlossen. Dadurch stehen den ansässigen Unternehmen moderne und zukunftssichere Breitbandanschlüsse zur Verfügung. Das Projekt wurde gemeinsam durch den Bund, das Land Hessen und die Stadt Bad Arolsen finanziert.

Projektziele

Die Stadt Bad Arolsen hat sich zum Ziel gesetzt, die Gewerbegebiete Bioenergiepark Nordwaldeck und Söllinge mit einem leistungsfähigen und zukunftssicheren Glasfasernetz zu erschließen. Ziel war der Aufbau eines flächendeckenden Höchstgeschwindigkeits-Breitbandnetzes für alle Adresspunkte, an denen kein FTTB-Anschluss (Fiber to the Building) vorhanden oder bereits geplant war.

Grundlage hierfür war die Entwicklung eines Leerrohrkonzeptes für die Glasfasererschließung der betroffenen Grundstücke.

Von Mai bis Dezember 2018 führte die Beratungsagentur MRK Media AG aus München eine Markterkundung durch. Dabei wurde untersucht, ob ein eigenwirtschaftlicher Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen möglich ist und welche Bereiche auf eine öffentliche Förderung angewiesen sind.

Im Ergebnis entstand ein Ausbauplan für 42 anzuschließende Adresspunkte. Gleichzeitig wurde eine Wirtschaftlichkeitslücke von 860.000 Euro ermittelt. Da ein eigenwirtschaftlicher Ausbau unter diesen Voraussetzungen nicht wirtschaftlich realisierbar war, stellte die Stadt Bad Arolsen Ende 2018 einen Förderantrag beim damaligen Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Mit dem Zuwendungsbescheid vom Juni 2019 erhielt die Stadt eine Förderung von 50 Prozent durch den Bund (430.000 Euro) sowie weitere 40 Prozent durch das Land Hessen (344.000 Euro). Der kommunale Eigenanteil belief sich auf 10 Prozent (86.000 Euro).

Projektverlauf

Das Projekt wurde über mehrere Jahre geplant und umgesetzt.

Juli 2017

Projektstart: Antragstellung beim Bund (Bundesbreitbandförderung) für eine Beratungsleistung („50.000 € - Gutschein“ je Kommune)

November 2017

Zuwendungsbescheid Bund/atene KOM: Beratungsleistung (100% Förderung)

Februar 2018

Beauftragung der MRK Media GmbH (München) mit der Beratungsleistung / dem Markterkundungsverfahren (Wirtschaftlichkeitslückenmodell)

November 2018

Abschlussbericht der MRK Media, Ergebnis: 42 potenzielle Anschlusspunkte, Wirtschaftlichkeitslücke: 860.000,- €

Dezember 2018

Antragstellung beim Bund (atene KOM)

Mai 2019

vorläufiger Zuwendungsbescheid vom Bund: 430.000,- € (50% der Wirtschaftlichkeitslücke, Rest kommunaler Eigenanteil)

August 2019

Letter of Intent: Hessische Staatskanzlei: 344.000,- € (80% des kommunalen Eigenanteils)

Oktober 2019

Interessenbekundungsverfahren (IBV) Ausschreibungsverfahren:                

 Beauftragung der MRK Media GmbH / der Kanzlei Wirtschaftsrat Recht (WRR  Hamburg) zur technischen / rechtlichen Begleitung des Verfahrens

November 2019

Antragstellung beim Land Hessen: Kofinanzierung aus dem „Landesförderprogramm Breitbandinfrastrukturausbau“

April 2020

Veröffentlichung der Ausschreibung auf den Vergabeplattformen des Bundes und des Landes Hessen, Ergebnis: kein Bieter

Oktober 2020

Aufhebung des Vergabeverfahrens

Dezember 2020  

erneute Veröffentlichung der Ausschreibung auf den Vergabeplattformen, Ergebnis: ein Bieter: Fa. Goetel (Göttingen)

April – August 2021

Prüfung Angebot Fa. Goetel

Oktober 2021

Auftrag an Fa. Goetel

Oktober 2021

Stadt Bad Arolsen: Entwurf Kooperationsvertrag Stadt <> Fa. Goetel

November 2021

Start der Planungsphase

März - Juli 2022

Konkretisierung der Planungen

August 2022

finaler Zuwendungsbescheid vom Bund: 488.054,- €

September 2022

finaler Zuwendungsbescheid vom Land Hessen: 390.443,- €

Dezember 2022

Konkretisierung der Planungen

Mai 2023   

Magistrat: stimmt finalem Kooperationsvertrag Stadt <> Fa. Goetel zu

Juli 2023

Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen Stadt und Goetel

Bürgermeister Marko Lambion und Erster Stadtrat Udo Jost mit Vertretern der goetel GmbH unterzeichnen den gemeinsamen Kooperationsvertrag für das Ausbauprojekt.

Oktober 2023

Detailplanung Backbone von Twistetal zum Bioenergiepark 1

März 2024     

Umplanung Backbone, nun von Volkmarsen zum Bioenergiepark

Juli 2024

KickOff zum Baubeginn + vor-Ort-Begehung

September 2024  

Beginn der Tiefbauarbeiten

Juni 2025

Abschluss der Tiefbauarbeiten / Fertigstellung der Hausanschlüsse

Dezember 2025

Bestückung der Netzverteiler (NVT) mit erforderlicher Technik Fertigstellung der Installation der Übergabetechnik innerhalb der Gebäude

Juni 2026

Inbetriebnahme / Freischaltung der Anschlüsse

1Verzögerung der Ausbauarbeiten

Seit Beginn des Vorhabens sollte das Ausbaugebiet per Backbone-Leitung im Bereich des südlich gelegenen Nachbarortes Twiste an das Glasfasernetz der netcom (Kassel) angeschlossen werden, der geplante Trassenverlauf wurde bis Ende 2023 mit Fachbehörden abgestimmt und genehmigt. Im Frühjahr 2024 stellte sich heraus, dass der vorgesehene Anschlusspunkt physisch nicht existiert.

Die Neuplanung sah nun vor den Backbone-Anschluss vom nördlich gelegenen Ort Külte herzustellen, entsprechend mussten alle erforderlichen Genehmigungen neu eingeholt werden, was zu zeitlichen Verzögerungen führte. Somit kam es erst Mitte Juli zum „KickOff Baustart“, bis die Tiefbauarbeiten wirklich beginnen konnten war es nach den Sommerferien bereits fast September.

Mit den Tiefbauarbeiten wurde seitens Goetel die Fa. Antenbrink aus Beverungen beauftragt, die sich u. a. auf diese Art von Arbeiten spezialisiert haben. Zur Beschleunigung der Erdarbeiten kamen zeitweise weitere Betriebe zum Einsatz, so dass an mehreren Stellen gleichzeitig gearbeitet werden konnte.

Das Gelände des Bioenergieparks ist als Konversionsfläche der ehem. Prinz-Eugen-Kaserne mit Fahrbahnen und Hofflächen stark versiegelt. Die Oberflächen bestehen aus 30 cm dicken Betonplatten, daher kam für die Kabelverlegung nur das Spülbohrverfahren in Frage. Allerdings ist die Bodenbeschaffenheit derart hart, dass dort eine Felsbohrmaschine zum Einsatz kommen musste, wodurch die Bohrvorgänge erheblich länger dauerten.

Ergebnisse

Das Ausbauprojekt wurde erfolgreich abgeschlossen.

Folgende Ergebnisse konnten erreicht werden:

  • 43 aktivierte Glasfaseranschlüsse
  • rund 9 Kilometer Tiefbau
  • rund 21 Kilometer Leerrohre verlegt
  • rund 33,5 Kilometer Glasfaserkabel eingeblasen

Alle vorgesehenen Anschlüsse in den Gewerbegebieten wurden hergestellt und in Betrieb genommen. Aufgrund unvorhersehbarer Bodenverhältnisse kam es in einzelnen Bereichen zu Mehrkosten gegenüber der ursprünglichen Planung.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Projekts wurde die digitale Infrastruktur in den Gewerbegebieten Bioenergiepark Nordwaldeck und Söllinge nachhaltig verbessert und ein wichtiger Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Bad Arolsen geleistet.

Stand Juni 2026: Aktuell wird der Verwendungsnachweis erstellt.

Trennlinie Stern